Vollmond vermag Gefühle zu intensivieren.

Ich habe einen Hass verspürt, den ich äußerlich noch nie so deutlich in der Lage war an die Oberfläche kommen zu lassen. Weil…
Hass gehört sich nicht. Hass ist zerstörerisch. Hass ist das Gegenteil von Liebe, dem Zustand, in dem wir gerne oft wären. Hass ist unanständig.
Usw. usw. All das, was man uns so beigebracht hat.

Diese Woche war es mir nicht möglich oder sagen wir ich war nicht bereit ihn zu unterdeckeln. Wenngleich ich sehr an mich halten musste, ihm keine allzu unüberlegten Taten folgen zu lassen. Ich hab ihn da sein lassen. Und er hat mich dazu gebracht mich nicht mehr zu verstellen, keine gute Miene zum laufenden Spiel zu machen.

Ich habe abgelehnt wozu ich nicht stehen kann, was ich nicht bin und nicht zu leben bereit bin und das auch ausgedrückt. Um mich dann in mich zurück zu ziehen, mich „business as usual“ zu widmen, dabei aber mein Herz verschlossenen gehalten für Menschen, denen ich – so die momentane Sicht – kein offenes Herz mehr entgegen bringen möchte.
Weil sie selbst der Mittelpunkt ihres eigenen Universums sind. Weil sie nicht bereit sind und es nie waren, mich wirklich zu sehen, es sei denn in einer Art, die ihr eigenes Ego streichelt, ihnen selbst zu schmeicheln scheint, auch wenn diese Art nichts wirklich mit mir zu tun hat. Es ging immer nur um sie, um Erhaltung ihrer Pfründe, ihrer eingefahrenen Strukturen, ihres eng gesteckten Weltbildes, in dem allem und jedem ein Platz zugewiesen ist und sie zu jedweder Veränderung nur über ihre Leiche bereit wären.

Da war auch Übertragung im Spiel. Mir wurde bewusst, wem der Hass vor allem galt. Einer Person, die von mir lange geschützt wurde, von der ich ein positives verzerrtes Bild gehegt und gepflegt hatte, das nicht der Realität entsprach. Um mich selbst zu schützen. Vor all den Gefühlen, die sich sonst hätten auftun müssen. Auch weil ich glaubte nicht anders zu dürfen.

Personen aus meinem momentanen Alltag verhalten sich auf andere Weise ähnlich und vermochten die ganze Intensität des Hasses hervor zu kitzeln. Und versuchten dann, mich auf ihre geübte Weise wieder zu kriegen. Ein hin geworfener Witz. Ein völlig anderes Gesprächsthema, zu dem ich mich herbei lassen sollte. Eine persönliche Bemerkung. Mein Wall hielt erst mal dicht.

Bis gestern Abend. Als ich die Gefühle schmeckte, die unter dem Bollwerk begraben lagen. Nun denn…

I Saw The Sign
Ace of Base

oder Pitch Perfect

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