Am Freitag Vormittag hatten wir ja nach dem Frühstück die Info-Runde mit der Reiseleiterin. Dort hatten wir u.a. erfahren, wie wir uns mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen könnten. Es gab einfach 2 Buslinien, also die Hauptstraße rechts hinauf oder links hinauf Richtung Nissi Beach. Man bezahlt beim Fahrer, pro Person € 1.50, egal wie weit man fährt. Das Kleingeld muss man parat haben, sonst riskiert man, kein Rückgeld zu erhalten oder erst gar nicht mitgenommen zu werden. Der Bus ging alle 10 oder 15 Min.

Zunächst gingen wir nach dieser Veranstaltung zum Baden, der Wind war aber so stark, dass wir überlegten, ob der beliebte Nissi Beach nicht etwas windstiller in seiner Bucht liegen könnte und eine Fahrt dorthin für uns gerade an diesem Tag lohnen würde. Also machten wir uns am Nachmittag noch auf den Weg dorthin.

Der Bus war für mich eine Katastrophe. Kaum hatte ich für uns Drei bezahlt, rumpelte er auch schon los, wild und rücksichtslos. Ich hatte keine Zeit meine Geldbörse zu verstauen. Es drallerte mich quer durch den Bus und nur mit Mühe bekam ich irgendeine Stange zu greifen, so dass ich nicht stürzte. Es waren keine Sitzplätze frei, also platzierte ich mich bei der mittleren Tür und hielt mich an der Stange neben der Tür fest. Bei der nächsten Station wurden die Türen dort aber mit einem so heftigen und unerwarteten Ruck aufgerissen, dass sie einem auf den Arm schlugen, wenn man den nicht ganz schnell noch wegzog. Stress!

Haltestellen wurden weder durchgesagt noch irgendwo angezeigt, also mussten wir raten, wo wir uns in etwa befinden und sobald wir Hotels sahen, die in ihrem Namen irgendwie Nissi Beach enthalten hatten, stiegen wir vorsichtshalber aus. Wir wussten, dass es zwei Haltestellen für den Nissi Beach gibt. Die erste bei den Hotels, durch die man durchgehen und an den Strand kann. Die zweite beim Öffentlichen Badestrand des Nissi Beach. Dort landeten wir letztlich auch.

Eine landschaftlich wunderschöne kleine Bucht, jedoch war der Wind inzwischen eher noch stärker geworden.

Der Strand war erwartungsgemäß voll, die Liegestühle überwiegend besetzt, aber wir fanden dann doch eine Stelle mit ein paar freien Liegen, wo wir uns erst einmal hinsetzten zum Verschnaufen, während meine Tochter sofort ins Wasser ging. Die junge Frau neben uns palaverte irgendwann ziemlich laut hinter meinem Liegestuhl mit jemandem und ich fragte mich, worüber sie sich denn so aufregt.

Es dauerte nicht lange, bis ich den Grund erfuhr. Der ältere Herr, der hier die Liegen vermietete, kam um die Bezahlung abzuholen und uns vorsichtig darauf hinzuweisen, dass gerade die Liege, auf der ich saß, leider von der Frau neben uns belegt sei und ich doch eine Liege weiter rutschen möchte. Es war ihm sichtlich peinlich und er entschuldigte sich dafür. Ich war ziemlich angepisst, dass die junge Dame es nicht nötig gefunden hatte, mir das selbst zu sagen. Die Liege war frei gewesen und ich konnte nicht ahnen, dass sie besetzt sei. Also wieder: Stress!

Die rote Fahne verwies auf Gefahr wegen des starken Wellengangs. Der Wind kühlte so stark, dass ich mich nicht einmal ausziehen mochte, während unser eh schon angeschlagenes Familienmitglied sich das Handtuch schützend über den Kopf zog.

So sehr die Leute im Wasser den Seegang genossen und damit spielten, bei mir wollte in keiner Hinsicht Entspannung aufkommen. Meine Brille war innerhalb kürzester Zeit verklebt von Sand und Meerwasserspritzern durch den starken Wind. Nebenbei bopperte irgendwo laute Wum-wum-Musik, also Ballermann-Feeling.

All diese Umstände führten dazu, dass ich vorschlug möglichst bald den Rückweg anzutreten. Meine Tochter könnte ja noch etwas länger bleiben, den Weg mit dem Bus zu finden war ja nicht besonders schwierig und nun bekannt, sie könnte also später nachkommen. Nun war sie angepisst. Und meinte, dann hätten wir ja gleich an einem anderen Tag mit mehr Zeit kommen können. Nun ja, ich hatte vorher nicht wissen können, dass so viele stressige Umstände mit diesem Ausflug verbunden sein würden und wollte einfach nur rasch wieder weg. Ich fühlte mich wie im Hexenkessel gefangen und sagte, ich bin nicht in Urlaub gefahren, um solchen Stress zu haben.

Wir einigten uns auf den Kompromiss, noch eine Viertelstunde zu bleiben, in der sie noch in ihrem Buch las, während ich darauf wartete, dass sie ablief und froh war, als wir gehen konnten.

Der Rückweg mit dem Bus sah ähnlich aus, nur dass er noch voller war und ich inzwischen auf die Details gefasst war.

Danach war ich absolut sicher, dass wir den besten Ort für unseren Urlaub gewählt hatten, denn unser Hotel lag ruhiger inmitten anderer Hotels, aber nicht „am Ballermann“.

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