Wenn ich nicht blogge, lebe ich 🙂

Mein letzter Post ist vom 12. November, also schon eine Weile her. Bevor ich von meinem Abenteuer Workshop erzähle, hier noch zwei Herbststimmungsfotos vom 11. November.

Jurahügel Erlinsbach:

Birke im farbigen Abendsonnenkleid:

Nun zum Workshop…

Letztes Jahr etwa im November tauchte auf diesem Blog jemand namens Bernd Joschko auf. Ich war neugierig und googelte. Fand, dass es mehrere Personen dieses Namens gibt. Bei dieser Gelegenheit fand ich den Bernd Joschko, der die Methode des Innenweltsurfens®, jetzt Psychobionik, entwickelt hat. Ich las und sah mir Videos von entsprechenden Sessions an und war sofort fasziniert.

Zufall, Fügung…?

Allerdings gab es Widerstände in verschiedener Form, die mich zunächst zurück hielten da näher ran zu gehen. Einer bestand in meiner Befremdung als ich sah, wie während der Sessions mit einem Schlaginstrument auf den Boden geschlagen wurde. Das liegt da dran, dass ich gegen den Ausdruck von Aggression einen Widerstand in mir trug. Wollte ich das hier tatsächlich? Ich zögerte… Zeit verging.

Mit vergehender Zeit und dem immer mal wieder Videos von Sessions Angucken sowie Gesprächen mit anderen da drüber wurde mir bewusst, dass es befreiend und richtig sein kann, seinen berechtigten Gefühlen auch auf diese Weise Ausdruck zu verleihen. Wie ich später herausfand, hat es mit dem Schlagen noch eine ganz andere Bewandtnis, als ich mir das zunächst vorgestellt hatte.

Dann kam ich im Oktober diesen Jahres vom Korfu-Urlaub nach Hause und mir war bewusst, dass mein Leben in manchen Bereichen durchaus verbesserungswürdig ist, um mich wohl zu fühlen. Ich beschloss etwas dagegen zu unternehmen, anstatt einfach immer so weiter zu machen und darauf zu warten, dass sich etwas zum Positiven verändert. Ich meldete mich zum Basis-Workshop vom 17. bis 24. November im Kamala-Zentrum in Roßbach, Gemeinde Bischoffen an, um die Psychobionik näher kennen zu lernen (hier meine neue Seite dazu, wen es genauer interessiert).

Die Leiterin organisierte auch eine Mitfahrgelegenheit für mich. Die Chaffeurin, die ebenfalls zum Workshop fuhr, war so freundlich mir bis zum Bahnhof in Karlsruhe entgegen zu kommen, um mich da aufzusammeln. Und sie war auch so nett, mich am Abend der Anreise auch noch zum nächsten REWE zu fahren, damit ich mir Lebensmittel zur Selbstversorgung für das erste bevorstehende Wochenende einkaufen konnte.

Ich fühlte mich im Kamala von Beginn an wohl. Mein Zimmer hatte ich aufgrund von Fotos ausgesucht und war sehr anheimelnd.

Mir wurde gezeigt, wo ich Holz zum Feuern und Anzündmaterial fand, so dass ich mir Feuer im Ofen machen konnte. Wenn ich dazu keine Lust hatte, gab es auch eine Art Klimagerät, mit dem ich heizen konnte und einen kleinen Elektro-Radiator fürs Bad/WC.

Auch eine kleine Küchenzeile mit allem notwendigen Geschirr war vorhanden.

Schlafen auf der Empore…

Das Fenster auf der Empore…

und der Blick aus dem Fenster vom Wohnraum auf die herbstlich geschmückte Lärche:

Das Programm war zeitlich intensiv. Wir begannen am ersten Tag um 10.00 Uhr wegen der erst an diesem Tag Anreisenden, dann jeweils um 9.15 Uhr. Am Vormittag und Nachmittag machten wir jeweils eine Pause von ca. 1/2 Std., eine Mittagspause von ca. 1 3/4 Std. und abends endeten wir irgendwann zwischen 19.00 und 20.00 Uhr. Wem es zu lang wurde, wer für den Tag schon groggy war oder einfach nicht mehr folgen konnte, verließ den Seminarraum auch schon mal früher. Lieber früher in den Abend gehen und am nächsten Tag wieder aufnahmebereit sein.

An die Methode wurden wir als erstes mit Infos über die Entstehung und Erklärung der Technik herangeführt. Ich war zunächst relativ geflasht von der Komplexität; das hatte ich nicht erwartet. Der erste Tag endete mit einer Demo-Session.

Der zweite Tag enthielt erste praktische Übungen, wo wir uns jeweils in 2er-Gruppen gegenseitig in eine Innenweltreise führten und so erste Erfahrungen damit machen konnten. Mein erster Übungspartner war ein Vollzugsbeamter des Finanzamts. Mit ihm verbrachte ich auch einen Abend mit interessanten Gesprächen vor meinem Ofen, bevor er verfrüht abreiste. Das war angezeigt, weil bei ihm in einer Demo-Session so viel persönliches Material hochgekommen war, dass er beschloss die Bearbeitung dessen stehe im Vordergrund, die Basics der Methode habe er ja nun mitbekommen und verstanden. Er hatte vor dem Workshop mehrere Sitzungen bei einer Synergetik-Therapeutin gehabt (Synergetik = Vorläufer der Psychobionik), wollte sich aber nun so rasch als möglich eine mit der Psychobionik arbeitende Therapeutin in der Nähe seines Wohnortes suchen und dort weiter machen.

Wir waren zu Beginn 10 Personen. Die Gruppe fand rasch zusammen und es entstand eine sehr gute Gruppendynamik, die zu einem vertrauensvollen Klima führte, das es jedem ermöglichte sich einzulassen.

Ab Tag 3 versuchten wir täglich möglichst 3 Sessions unterzubringen, damit möglichst viel an der Praxis geübt werden konnte, sowohl als Klient, als auch als Coach. Eine Session dauert in der Regel zwei Stunden; im Fall von Zwischenfragen und -erklärungen natürlich auch mal länger. Das ist schon fordernd, sich so lange auf die Zusammenhänge zu konzentrieren und den Ablauf zu verfolgen sowie mit in die Bilder eines anderen einzusteigen und mit den unter Umständen aufkommenden Emotionen bei sich selbst umzugehen.

Auch bei mir ploppte das ein oder andere auf, worauf ich zu reagieren hatte. Am vorletzten Tag erbat ich morgens einen Termin bei der Frau des Gründers der Methode, die seit 25 Jahren damit arbeitet und entsprechend viel Erfahrung hat. Das war Klasse und diese Session machte die Woche für mich rund.

An den Abenden skypte ich jeweils mit meinem Mann, um in Verbindung zu bleiben und voneinander mitzubekommen, wie es dem anderen geht. Er hat einen neuen Job begonnen und ich erlebte einen intensiven Workshop.

Am Samstag 24. November endeten wir am Nachmittag, damit die Sofort-Heimfahrer noch los konnten. Ich fuhr erst am Sonntag zurück, lag doch eine Tagesreise vor mir – und wurde wieder in Karlsruhe am Bahnhof abgesetzt,

wo ich die Eigenheiten des Betriebs der DB sogleich hautnah erfuhr. Der ICE nach Basel hatte aufgrund einer Signalstörung 10 Min. Verspätung.

Die Landschaft glitt an mir vorbei und ich konnte die Reise nutzen, um all die gemachten intensiven Erfahrungen und Begegnungen langsam setzen zu lassen.

Am Montag ging es direkt wieder in den Job und ich konnte sogleich merken, dass ich mich verändert hatte. Ich fühlte mich in verschiedener Hinsicht gelöster und freier und das Zwischenmenschliche lief diese Woche ziemlich wie geschmiert. Allerdings war ich am Donnerstag froh, als die Arbeitswoche für mich endlich endete und ich wieder Zeit hätte mich mit Innenweltreisen zu befassen und weiter zu machen.

Mangels eines Coaches zum Üben bzw. Weiterarbeiten versuchte ich mich gestern mit einer ersten Self-Session, die relativ kurz ausfiel, jedoch einen interessanten Aspekt zutage förderte, der mir längst entfallen war.

Heute fügte ich aufgrund eines aktuellen Anlasses eine zweite Self-Session an, die komplexer war und 1 3/4 Std. dauerte. Mit dem Ergebnis war ich aber zufrieden.

Es ist gar nicht einfach, sich einerseits in den Tiefenentspannungszustand gleiten zu lassen, in dem die inneren Bilder auftauchen und gleichzeitig geistig so wach zu bleiben, dass man überblickt worum es geht und sich selbst durch zu führen. Ich denke das kann wahrscheinlich nie so umfassend und effektiv sein wie mit einem Coach, aber immerhin…

Mal sehen wie es damit weiter geht… Ich denke mal, dass ich dran bleibe und momentan würde ich mir total wünschen jemand aus meiner Gegend würde das Interesse und die Faszination teilen, so dass man den Weg gemeinsam gehen, gegenseitig üben und die Ausbildung im nächsten Jahr vielleicht zusammen machen könnte.

Sollte ich also zufällig jemanden gluschtig gemacht haben, dann bitte her mit der Resonanz 😉

Allen anderen wünsche ich einen entspannten schönen 1. Advents-Sonntag (ich muss gestehen, ich bin noch gar nicht in Weihnachtsstimmung).

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