Sieht so aus, dass alle Besichtigungen meiner Wohnung geschafft sind, es waren vier. Nun liegt es an der Genossenschaft eine Entscheidung zu treffen. Interessiert sind eine junge Frau, die zusammen mit einer Freundin einziehen würde und ein Pärchen mit kleinem Kind. Letztere sind wegen der Hellhörigkeit einerseits nicht DIE besten Kandidaten, andererseits gibt es bereits eine Familie mit zwei Kindern im Haus und ich schätze dieses sehr offene und nette Pärchen so ein, dass sie die überalterte Struktur in diesem Haus aufbrechen und daher dem Klima gut tun könnten. Mir gefallen beide, ich habe über beide nur Gutes sagen können, so dass die Geschäftsführerin der Genossenschaft meinte, dann wird sie wohl auf ihr Bauchgefühl hören; beide sind zum persönlichen Gespräch in die Genossenschaft geladen.

Am Donnerstag war sie zusammen mit dem Hauswart da. Sie wollten sich einen Eindruck verschaffen, was es in der Wohnung zu tun geben wird, bevor neue Mieter einziehen.

Ich dachte es gäbe nicht viel zu sehen, weil alles noch ganz neu und sauber ist von der Sanierung her. Entsprechend gab es dann auch Lob, wie gut ich zu der Wohnung geschaut hätte, sie sei wirklich in einem sehr guten Zustand. Sie würden auch anderes zu sehen bekommen und leider seien die Wohnungen allgemein in einem schlechten Zustand, wenn sie zurück gegeben würden. Sogar so kurz nach einer Renovierung sähen manche Wohnungen anders aus. Nun, sowas höre ich natürlich gerne, auch wenn ich nichts besonderes gemacht habe. So ist es für mich normal.

Letzten Endes bin ich sogar vom Füllen der Bohrlöcher entbunden worden, darum wird sich der Hauswart kümmern. Sie haben das zwar auf ihrer Checkliste für Auszüge, wird aber geändert, da sie so schlechte Erfahrungen damit gemacht haben. Manche füllen die Löcher so unansehnlich, dass es nachher mehr Arbeit ist das in Ordnung zu bringen, als wenn sie es gleich selbst und richtig machen. Hab ich also auch nichts dagegen.

Mein Eindruck war, die Genossenschaft wird davon befreit, dass ich für die nächste Generalversammlung im April vorgehabt hätte zu beantragen, dass über das Verbot der Haltung von Katzen und Hunden neu abgestimmt wird. Bei der Gelegenheit erfuhr ich aber von der Geschäftsführerin, dass dieses Verbot Teil der Hausordnung ist und über diese kann nicht in der Generalversammlung abgestimmt werden; sie untersteht allein dem Vorstand. Sonst hätten wohl schon andere den Wunsch gehabt…

Als ich von den Hintergründen zu diesem Verbot erfuhr, konnte ich es allerdings neu einordnen. Die meisten Mieter, die Katzen mögen, würden sich praktisch meist nicht mit einer Katze begnügen, sondern sie hätten dann zwei oder drei. Was bedeutet, dass es dann in einem Wohnblock teils so viele Katzen gibt – ganz abgesehen von den Anbauten am Haus außen, Katzentreppchen etc. – dass die zugehörigen Außenanlagen voll mit Katzenkot sind, in die z.B. die kleinen Kindern reinsteigen. So dass man regeln müsse, wer wann dran ist den Katzenkot einzusammeln, um saubere Anlagen zu haben. Das klingt nach einem unvernünftigen und anstrengenden Umgang mit Tieren und viel Aufwand und u.U. Ärger für den Hausverwalter.

Einen Übernahmetermin der neuen Wohnung haben wir nun für 10. April bekommen, das ist schön früh. So bleibt bis 1. Mai ausreichend Zeit den Umzug über die Bühne zu bekommen.

Dort ist übrigens Tierhaltung erlaubt und wie wir hörten leben in der Wohnung unter uns zwei Hunde, die vor allem morgens, wenn die Tierhalterin zur Arbeit geht, immer bellen. Da das Haus nicht so alt ist wie die, in denen wir jetzt wohnen und wir auch von der Fußbodenheizung her eine solidere Bauart erwarten dürfen, hoffen wir natürlich, dass die Beeinträchtigung dadurch nicht allzu störend sein wird.

Nun steht für mich an das Umzugsunternehmen zu finden, das den Umzug erledigen wird. Seit dem letzten Umzug 2016 lasse ich es auf diesem Weg machen. Selbst schleppen liegt nicht mehr drin, nächstes Jahr werde ich 60. Die Kräfte sind nicht mehr die gleichen und das eine und andere Zipperlein lässt es ratsam erscheinen, das machen zu lassen. Ja und dann wird es wohl langsam ans Packen gehen.

Sobald das geschieht, fängt es an ungemütlicher zu werden und bis in der neuen Wohnung alles eingerichtet ist wird ein wenig dauern. Also stehe ich vor dem Auflösen des Alten und Errichtung des Neuen und atme erst mal tief durch.

Langsam werden auch die Nachbarn aufmerksam auf meinen Auszug. Meine direkte Nachbarin sprach mich gestern darauf an, sie hätten im Internet gesehen, dass die Wohnung im Angebot steht. Die Kommunikation lief nie so toll, obwohl ich mich immer mal wieder darum bemüht hab. Ich prallte gefühlt daran ab, dass sie in ihrer eigenen Welt mit ihresgleichen Landsmännern leben und sie sich schwer tut mit der Sprache. Nun stellt sich raus, dass sie mich als „so nette und ruhige Frau“ wahrgenommen hat und schade findet, dass ich ausziehe. Das erste Mal hab ich sie so richtig emotional beteiligt erlebt. Um ehrlich zu sein, kann ich das Kompliment so nicht zurück geben. Und konnte daher nur antworten, dass es für mich gut ist. Ich werde mehr Platz haben (großzügigere Räume), eine eigene Waschmaschine und eine Fußbodenheizung. Darauf freue ich mich.

Und zweifellos wird mit dem Umzug auch wieder das eine oder andere entsorgt werden, das nicht mehr benötigt wird. So dass sich mit leichterem Gepäck reisen lässt…

Genießt einen schönen Sonntag…

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