Gestern – wie heute – scheinte die Sonne ganz wundervoll, auf eine Weise liegt Frühling in der Luft (ja, die Haselpollen fliegen bereits) und überhaupt ist so eine Wandel-/Startenergie in der Luft.

Ich arbeite 60%, verteilt auf 2 ganze und 2 halbe Arbeitstage. Das bedeutet praktisch, Donnerstag Mittag ist die Arbeitswoche für mich zu Ende und der Freitag frei.

Gestern hab ich einen schon länger da liegenden Großauftrag wegen des endlich nachgelieferten Materials fertigstellen können (für die noch nicht so lange Mitlesenden: Ich arbeite als Graveurin in einem kleinen Familienbetrieb). Es waren spezielle Aluprofile als Schieber auf Hinweis-Türschildern, in einem bestimmten Blau eloxiert. Ich hatte bei der Bestellung des Materials knapp kalkuliert und beim Zuschneiden der Schieber mit unseren Möglichkeiten sind ein paar kaputt gegangen. Da dieses Material so selten benötigt wird, lässt die Verkaufsfirma sie speziell herstellen und die Nachbestellung dauerte daher etwas.

Als ich von meinem Smartphone-Tarifanbieter ein Valentines-Angebot bekam und die Sonne strahlen sah, ausserdem der Hinweis auf Wassersperrung daheim den ganzen Nachmittag wegen Erneuerung der Wasserleitung vor dem Haus gegeben worden war und es mich daher gar nicht nach Hause zog, beschloss ich spontan, mit der Bahn an den neuen Wohnort zu fahren und dort den Empfang mit dem Smartphone zu testen. Ich hatte spontan Abenteuerlust, anstatt dem Alltagstrott zu folgen. Und so könnte ich vielleicht schon entscheiden, wie ich künftig bezüglich Telephonie unterwegs sein werde, denn einen Festnetzanschluss wie jetzt plane ich am neuen Ort nicht mehr.

Also fuhr ich mit der Bahn hinaus, stellte fest, dass der Fußweg von der Bahnstation zur neuen Whg. gerade mal 2-3 Min. dauert und inspizierte das neue Haus mit dem Drumherum bei Sonnenschein; unsere Besichtigung hatte im Dunkeln stattgefunden. Eine Katze saß an der Hauswand ganz still und schien die Sonne zu genießen. Ein Katzenbaum in einem EG-Fenster erinnerte mich daran, dass im neuen Wohnblock Haustiere erlaubt sind.

Ein Blick auf die Briefkasten- und Sonnerieanlage zeigte mir, welche Schilder benötigt werden, die ich selbst gravieren darf:

Ihr Zustand benötigt ein bisschen Nachhelfen. Unschöne Klebereste machen schnell einen vergammelten Eindruck, aber dafür gibts ja Mittelchen – und: Alles zu seiner Zeit.

Mit der nächsten Bahn fuhr ich direkt wieder zurück. Und beschloss ebenso spontan, in Aarau noch das Coop Restaurant aufzusuchen, in dem es am Nachmittag ruhiger als zur Mittagszeit sein sollte.

In der vergangenen Woche hab ich es neu für mich entdeckt, nachdem der ganze Coop nach und nach umgebaut worden war und auch das Restaurant ganz neu konzipiert wurde. Es befindet sich immer noch in der obersten Etage mit unterschiedlichen Bereichen, ob bei großflächigen Wand- und Deckenfenstern an der Sonne oder in etwas geschützteren Winkeln an hohen Tischen mit Hochstühlen. Ein angenehmer Ort und man kann hier einen günstigen und feinen Mittagstisch haben, wie z.B. am Montag, wo die Tagessuppe Broccoli-Cremesuppe war, wozu ich ein kleines Stückchen Käsekuchen nahm:

Die Suppe schmeckte nicht gestreckt oder künstlich aufgepeppt, sondern sehr frisch und lecker nach Broccoli und enthielt auch ganze Röschen. Der Käsekuchen war nicht zu süß und schön locker, genau richtig.

Dort ließ ich mich gestern Nachmittag also nieder. Die Tische waren leerer als zur Mittagszeit, die Berufstätigen alle wieder an ihren Arbeitsplätzen. So hatte ich genug Platz den regionalen Anzeiger auf dem Tisch auszubreiten und ein wenig zu lesen. Was in der Region passiert, erfährt man hier am besten.

Als ich daheim aus dem Bus stieg, zeigte sich mir solch ein Himmel mit gezupften Wolken:

Wenn ihr im Ausschnitt des Beitragsbildes ganz oben genau hinschaut, sieht man in der rechten oberen Ecke des Fotos auch bereits den Mond. Ja, wir gehen bereits wieder auf Vollmond zu (Dienstag).

Was diese Woche sonst noch geschah…

Meine Wohnbaugenossenschaft hat eine Entscheidung getroffen, nachdem sie noch mit dem Mieter unter meiner Wohnung telefoniert hatten. Er arbeitet als Tierarzt auch Schicht und muss dann tags schlafen. Er äußerte sich so, dass er natürlich froh wäre, wenn über ihm keine Familie mit Kind einziehen würde, er hat schon genug Lärm von der Familie mit zwei kleinen Kindern neben sich, von denen immer eines schreien würde. Also bekommt eine junge Frau meine Wohnung, die Ende März einmal zum Ausmessen kommen möchte.

Am Mittwoch war nach zwei Wochen Pause (wegen Sportferien) wieder Tai Chi angesagt. Ich hatte einen ziemlichen Anschiss und war kurz davor hinzuwerfen und an dem Tag nach der Arbeit einfach heim zu fahren. Überwand mich dann aber doch.

Woher der Anschiss? Nun, in der ersten Stunde hatte ich gut gespürt worum es geht und es war ein Start, der Hoffnung gemacht hatte. Beim zweiten Mal (vor den Ferien) war die Nachricht von der neuen Wohnung ganz frisch, es ging mir viel im Kopf herum, ich war angespannt, was sich offensichtlich unmittelbar auswirkte. Ich bekam eine Sonderanleitung vor der Gruppe mit manchem Detail und wurde mehrmals auf die angespannten Schultern verwiesen, was so nicht sein sollte. Nun ihr wisst ja wie das ist. „Sei doch mal locker…“ Welchen Nutzen hat so etwas? Zunächst mal, dass man sich blöd fühlt, aber in der Regel nicht, dass man sich unmittelbar entspannt. Natürlich ist es wichtig und richtig darauf hingewiesen zu werden, wie man sich im Tai Chi richtig bewegt, um den größtmöglichen Nutzen daraus zu ziehen und es von Anfang an korrekt zu lernen, aber es braucht doch einiges Fingerspitzengefühl, wie man damit am besten umgehen kann.

Ich gab Tai Chi also noch eine Chance. Hätte ich mich wieder vorgeführt gefühlt, wärs das für mich gewesen. Aber offensichtlich hat sich die Lehrerin in der Zwischenzeit auch etwas erholt. Möglicherweise hatte sie uns in der zweiten Stunde aber auch verwechselt, sie gibt nämlich Mittwoch Abend drei Gruppen hintereinander Unterricht und fragte uns diesmal nach dem Gruppenwechsel, wer wir seien, die Anfänger? Daraus schließe ich die Möglichkeit, dass sie uns beim letzten Mal verwechselt und zu viel gefordert / erwartet hatte?

Jedenfalls sprachen mich in der Umkleide bereits zwei Frauen an mit der Frage: „Und, chasch es?“ (kannst du es?) Ich verneinte und die beiden sprachen darüber, dass sie währenddessen auch daheim zu üben versucht hatten, mit der Zeit aber verloren hätten wie es richtig geht. Es lag zu viel Zeit dazwischen.

Diesmal gab uns die Lehrerin also wieder viel Zeit, kam noch einmal mit den grundlegenden Basics und Hinweisen worauf es ankommt. Und als nach etwa der Hälfte eine Frau nach den Armbewegungen fragte, die sie uns in der zweiten Stunde bereits beigebracht hatte, womit die meisten aber noch völlig überfordert waren, sagte die Lehrerin jetzt: „Zu früh.“ Sie zeigte sie später doch noch, aber mir schien, dass nicht nur ich noch immer überfordert damit war.

Aber nach dem Ende der Stunde konnte ich sagen, dass ich gut in den Flow, das Spüren des Bewegens mit der Energie gekommen war, was sich völlig mühelos und locker anfühlt und sehr gut tut. Es ist nicht leicht in diesem Alter noch einmal ganz neue Bewegegungsmuster erlernen zu wollen. Ich jedenfalls muss tatsächlich viel überlegen und sehr langsam und ganz bewusst Üben. In dem Moment, wo ich die Energie spüre und mich in dieser bewege, sich alles richtig anfühlt, wird es leicht. Aber eine Kleinigkeit kann schon verhindern, es richtig zu spüren. Und so braucht es vor allem viel Zeit und Übung. Entsprechend sagte die Lehrerin, indem sie jemandem, der auch noch seine Mühe hat, sagte: „Braucht viel Übung, vielleicht in 10 Jahren…“ Na dann… 😉

Diese Lehrerin lehrt Klassisches Tai Chi und macht manchmal vor, inwiefern sich Gymnastik Tai Chi (wie sie es nennt) davon unterscheidet.

Gestern spürte ich, dass sich mein Körper beim Gehen und Stehen noch erinnert, noch den Mustern folgt und sie zu wiederholen sucht, weil es ihn entlastet und gut tut. Aber heute habe ich es bereits wieder verloren.

Jetzt freue ich mich auf ein Wochenende mit meinem Mann. Wir beginnen morgen wieder mit dem Thermalbad. Dann gibt es ein paar Wohnungsbesichtigungen in seiner Wohnung, da ist bei ihm jetzt gerade Hoch-Zeit. Er hat auch bereits das Umzugsdatum für sich festgesetzt und alles dafür organisiert.

Ich war heute dran weitere Offerten einzuholen, denn ich organisiere meinen selbst. Die Angebote liegen bis jetzt zwischen 855.- Fr. (wenn es in 4 Std. erledigt ist) und 1700.- Fr. als oberen Wert (nach grober Schätzung aufgrund meiner Beschreibung, noch vor einer Besichtigung und Vor-Ort-Einschätzung). Weitere Offerten erwarte ich noch.

Zur Zeit bin ich manchmal am Überlegen, ob ich irgendwann wieder über die Gefühle schreibe, das eigentliche Tiefe, das sich in mir abspielt in Zusammenhang mit dem wieder Zusammenziehen mit meinem Mann. Ich weiß nicht genau wo unterwegs auf der Strecke des Schreibens es abhanden kam, dass ich so persönlich schreiben wollte. Und ich weiß noch nicht ob es zurückkehren wird oder ob ich das Private künftig weiter privat belasse. Weil manches gelebt werden will, wenn die Zeit reif ist, ohne es zu zerreden.

Kommt gut ins Wochenende…

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