Endlich Frühling…

sagen die einen.

Endlich Regen…

sage ich.

Heiß ersehnt… Heute! Heuschnupfenbeschwerden lassen nach, klare Luft atmen…

Ich kämpfe noch mit den Polen (mit den Pollen auch), aber ich schaue ihnen auch zu.

Was über gefühlte Äonen von Zeit aufgebaut wurde, braucht Zeit auch wieder zu fallen, dort wo es gespeichert ist, in mir. Denkstrukturen, Rollenverständnisse, resultierende Gefühle. Alter Hass, schon kalt wie abgestandener Rauch, will verklingen.

Noch einmal ein intensiver Blick zurück. In all die kranken Strukturen von Eltern, die keine Eltern sein konnten und Kindern, denen der liebevolle Rückhalt fehlte, über Generationen. Allesamt unglücklich, gebunden, verzweifelt, hilflos…

Dann noch ein Blick… Oh: Der andere Pol… Da sind ja noch die anderen Erinnerungen…

Dieser Mann war zwar nicht nur nett und liebevoll und hat mich letztendlich verlassen, aber er hat auch viel für mich getan. Viele km überwunden im Laufe von drei Jahren, damit wir uns sehen konnten. Eine Menge Geld bezahlt für internationale Anrufe, um mich jede Woche einmal zu hören, egal wie lang es dauerte.
Jener Mann war nicht nur tönern im Gefühl und konservativ wie Beton, warum ich ihn verlassen musste. Er war auch ein liebevoller versorgender Vater und Ehemann mit wissenden Händen, Fröhlichkeit und Humor im Gemüt.
Der andere Mann war nicht nur manipulativ, klammernd und einengend, er hat mich auch aus der größten Verzweiflung gerissen, mich abgelenkt und mir Mut zugesprochen, hat mit mir Ausflüge gemacht und mich auf meinen ersten Urlaub per Flugzeug eingeladen.

Und was war denn mit mir?
Ich war nicht nur die liebe nette Frau, ich war auch vieles andere und vor allem hatte ich mich selbst noch überhaupt nicht gefunden, wie sollte Zweisamkeit da gelingen?! Mussten wir nicht scheitern?

Aber jetzt…

Du bist der Kelch, in dem ich mich wie eine Blüte entfalten kann, gehalten.
Du bist die Schulter, die da ist, wenn mir danach ist.
Du bist der Baum, der mich einlädt auf seinem Ast zu sitzen und mich auszuruhen.
Du bist die Frühlingsluft, die mich sanft umweht und flüstert: Komm…
Du bist das erfrischende Wasser, wenn mich dürstet.

Bring mich heim

Endlich

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