Weil ich das Stöckchen letztens ziemlich gut fand, mach ich mal weiter…

Wenn ihr euch anschließen mögt, nur zu, ich freu mich über freudige Erlebnisse 🙂

1 Als ich im Lauf der letzten Woche merkte, dass meine Laune nicht die Beste war und die Gedanken nicht die positivsten, ich außerdem des Nachts von Hitzewallungen aufwachte, erinnerte ich mich an das bewährte Pulsatilla und öffnete den bereits zugeklebten Karton mit den Arzneien noch einmal. Es hat sich gelohnt. Meine Laune bessert sich täglich.

2 Gestern fing die Neonröhre über meinem Arbeitsplatz an zu flackern und als ich den Chef aufmerksam machte, meinte er nur: Wir haben noch Ersatz. Die wird dann bald mal aussteigen. Und dann verabschiedete er sich in einen frühen Feierabend wie jeden Montag und Mittwoch, wo ich bis Ladenschluss die Stellung halte. Als er weg war, fing die Röhre tatsächlich an mit dem Spielchen: Aus, an, aus, an… Dachte ich: Also ran! Holte die große Leiter, eine neue Röhre aus dem Vorratsraum und stieg hinauf, natürlich erst nachdem ich die entsprechende Sicherung raus genommen hatte.

Ich hatte keine Ahnung, wie man die Abdeckung weg nimmt, um an die Röhre ran zu kommen. Aber ich fand es rasch heraus. Die Röhre ließ sich nach ein wenig Herumprobieren auch wechseln, obwohl ich dazu auf meiner Graviermaschine herum balancieren musste.

Nebenbei stellte ich fest, dass die aufgehängte Lampe mit der Neonröhre drin über und über mit Staub bedeckt war. Also dachte ich: Ok, wenn ich schon mal dran bin und die Leiter da habe, abputzen, falls es geht. Mit warmem Wasser ließen sich die dicken dunklen Staubflusen tatsächlich ganz gut abwaschen. Die zweite Lampe, unter der ich sitze, wurde ebenso geputzt. Aber nur in dem Bereich, wo ich sitze. Ich kann ja nicht die ganze Werkstatt auf Hochglanz bringen, dafür hätten wir auch noch eine zuständige Putzfrau.

Als ich während des Putzens merkte, ich brauche etwas länger als bis Feierabend, beschloss ich, trotzdem noch fertig zu machen. Kurz vor Feierabend rief ein Kunde an und fragte, ob ich noch bleiben könne. Er möchte seinen Stempel abholen, ist auch schon in der Nähe, schafft es aber nicht ganz vor 17.30 Uhr. Ok! Und kurz nach halb 6 steckte eine Kundin vorsichtig den Kopf zur Ladentür rein und fragte vorsichtig: Ist noch offen? Als ich bejahte, meinte sie: Aber nur wenn es wirklich noch geht für Sie. Ich bejahte wieder. Da ich ohnehin noch bleiben würde, konnte ich auch gleich noch einen Schilderauftrag entgegen nehmen.

Der Kunde, der im Stau gestanden war, kam dann um 17.50 Uhr. Bis dahin hatte ich aber die Lampen so geputzt, dass ich äußerst zufrieden war und mich auch an dem neuen hellen Licht erfreute.

Als ich dann zum Bus ging, war ich happy, obwohl ich länger gearbeitet hatte. Ich hatte was geschafft und freute mich auf eine funktionierende Lampe für den heutigen Tag. Ein Erfolgserlebnis!

3 Heute Morgen schneite es. Ich ging mit Schirm zur Bushaltestelle und stellte mich im Wartehäuschen unter. Eine ältere Frau, die morgens auch manchmal mit dem gleichen Bus fährt, so dass wir uns vom Sehen kennen, tat das gleiche und sagte zu mir: Das hätte es jetzt auch nicht unbedingt gebraucht! (den Schnee) und wir wechselten ein paar weitere Worte.

Bisher nur verstohlene Blicke gewechselt, heute miteinander gesprochen. Es machte mich happy und ich fuhr beschwingt zur Arbeit!

Nachmittag konnte ich mit Blick auf den Jura den Verlauf der Schneegrenze sehen:

4 Vormittag bekam ich in der Arbeit per Email einen Auftrag für Briefkastenschilder von einem Stammkunden. Er verkauft und verwaltet Terrassenhäuser in der Region.

Anfangs in diesem Job hatte ich Mühe mit ihm, da er häufig hastig und ungenau arbeitete, zumindest bei den Schilderaufträgen. Zum Beispiel bestellte er öfter Briefkastenschilder für eine Liegenschaft, wo laut meinen Unterlagen jeweils ein Briefkasten- UND ein Sonnerieschild nötig ist. Manchmal kam die Bestellung für das Sonnerieschild dann von ihm separat ein paar Tage später hinterher, wenn er beim Montieren wohl gemerkt hatte, da brauchts doch noch was. So dass ich mich ärgerte und dachte, kann er das nicht gleich zusammen bestellen? Und künftig anfing in solchen Fällen vorher nachzufragen, ob da nicht auch noch ein Sonnerieschild…? Ja, in der Regel brauchte es das natürlich auch.

Bis ich ihn eines Nachmittags in guter Laune und ausnahmsweise mal mit Zeit und Ruhe am Telefon hatte, so dass er Lust hatte sich damit zu befassen, wer ich eigentlich bin. Er sprach mich auf meine Mundart an und fragte wo ich denn her bin. Es gab ein kleines freundliches Geplänkel und von da ab war mir dieser Kunde wesentlich sympathischer. Wenn er nun ungenaue Bestellungen aufgab, fertigte ich einfach das Korrekte an, ohne lange nachzufragen. Und es schien ihm recht zu sein.

Heute kam also wieder eine Bestellung von ihm und ich hatte eine (diesmal andere) Rückfrage. Wir hatten uns nun lange nicht gehört, es war immer alles reibungslos gelaufen. Er begrüßte mich erfreut mit: „Lueg jetzt, die Frau …, wir haben uns aber lange nicht gehört!“ Und ein Wort gab das andere, er erzählte mir etwas aus seinem Arbeitsalltag, wir lachten zusammen und anschließend war ich einfach happy! Ich wurde gesehen und geschätzt, so fühlte es sich an.

5 Am Nachmittag hatte ich einen Friseurtermin, mein dritter bei dieser Coiffeuse. Wieder erinnerte sie sich an unser erstes Gespräch und fragte nach einem bestimmten Detail, von dem ich damals erzählt hatte, was mich freute.

Zwischendurch fragte sie mich, ob ich vielleicht einen Kaffee oder ein Glas Wasser möchte, was ich verneinte. Worauf sie von hinten schnell zwei Schoko-Ostereier holte und vor mich hinlegte.

Was für eine süße Geste!

Manchmal sind Kleinigkeiten die süße Würze des Lebens.
Vielleicht brauche ich irgendwann weniger in Form von Schokolade 🙂

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