Heute ging es also mit meiner alten vertrauten Nikon Coolpix L120 in den Wald. Während ich fotografierte, stieg mein Mann über Hänge, um Pilze zu sammeln. Wir wurden beide reichlich fündig.

Das nasse Wetter der letzten Zeit zusammen mit der noch verhältnismäßig warmen Luft hat im Hirschthaler Wald die Pilze in üppiger Vielfalt aus dem Boden sprießen lassen, ein kleines Schwammerl-Paradies!

Und während er begutachtete, dran roch, erntete und putzte, Hänge hinauf und hinunter kletterte und auch rutschte, weil das Laub feucht war, konnte ich in Seelenruhe dem Weg entlang gehen und Fotos machen und hatte mal wieder richtig Spaß.

Im Nachhinein am Computer wurde offensichtlich, welche Fehler ich mit meiner alten Kamera machen kann und auch machte. Erstens wählte ich die Programme „Landschaft“ und „Nahaufnahme“ statt der Automatik und bekam daher teils Farbverschiebungen ins Bläuliche. So bekam ich manche Makros auch leider nicht scharf, es war nicht sehr hell an manchen Stellen im Wald. In der Automatik-Funktion wird auf die Lichtverhältnisse besser eingegangen und dort könnte ich auch den Weißabgleich sowie ISO verändern. Letztere Funktion war mir trotz jahrelanger Nutzung des Apparats noch nicht bekannt, tja… 😉

Ich habe sie allesamt nachgebessert, teils nachgeschärft, teils die Farben wieder näher an das Original zurück gebracht, wie meine Augen es sahen. Und leider musste ich fast alle Makros von beim heutigen feuchten Wald wunderbar geöffneten Moos-Sorten löschen, weil sie zu unscharf geworden waren. Ja und dann hab ich dummerweise das Datum von gestern eingegeben und auch noch die Funktion aktiviert, dass Datum und Uhrzeit auf den Fotos sichtbar sind. Das ist nun diesmal so. Fürs nächste Mal habe ich es wieder raus genommen. Ich muss mich erst wieder hinein finden, wie es scheint.

Seht also was übrig geblieben ist an verwendbaren Fotos, woran man u.U. trotzdem sehen kann, weswegen ich diese Kamera sehr gern habe. Wie Thomas es beim letzten Kommentar ausdrückte, es ist für meine Augen eine gewisse Brillanz gegenüber den Fotos der Sony Kamera, die ich mag.

Hier sollte es sich um einen Reizker oder einen Milchling handeln. Da der Pilz nicht mehr ganz frisch ist und ich ihn nur fotografiert habe, ohne dass mein Mann eine nähere Bestimmung per Geruch etc. vornehmen konnte, kann man das nicht mehr eindeutig unterscheiden:

Hier hab ich nicht nur fotografiert, sondern tatsächlich einmal erkannt, dass es sich um einen essbaren Semmelstoppelpilz handelt:

Mein Mann, der sich wirklich auskennt damit, hat das bestätigt und da er noch den passenden Reifegrad und Zustand hatte, haben wir ihn trotz der üppigen Fülle an Pilzen – zu meiner Freude mit innerlich geschwellter Brust 😉 – mitgenommen.

Hier war ich über die Auswüchse von Moos in wundersamer Form erstaunt:

Und fand daheim heraus, dass es sich um die Becherflechte handelt, die normalerweise eine etwas blassere Farbe hat. Ihr lateinischer Name ist Cladonia pyxidata und da pyxi auf Englisch die Fee oder Elfe ist, passt die Namensgebung ganz gut 🙂

Nachdem wir uns wieder auf dem Weg getroffen hatten, konnte ich die bisher gesammelte Ausbeute bestaunen:

Dieses Foto wurde leider auch nicht scharf, aber der wunderschön braune Pilzhut fiel mir auf und nachdem daran gerochen war, war klar, dass es sich um einen Gurkenschnitzling handelt, er riecht nämlich tatsächlich wie eine frisch geraspelte Salatgurke:

Diese Stechpalmenart muss einen Pilz haben, weswegen sie abgestorben scheint und ihre Blätter silbergrau sind. Ich fand sie aber wunderbar passend und wie ein Kunstobjekt in einem Herbstwald.

Sie erinnert mich auch an Roberts Zitat in The autumn is alive: Grauer Geselle kommst in Farbenpracht daher, bist Verbindung zwischen Leben und Tod.

Ja und hier ist die Auswahl an Pilzen daheim beim Putzen und Vorbereiten, zunächst mit der Sony und ein wenig zu rötlicher Farbgebung:

Und dann in der etwas zu farblosen Aufnahme meiner Nikon:

Auf dem letzten Foto seht ihr kleine gelbliche Pilze, die ich vorher nicht kannte. Es handelt sich um sogenannte Kraterellen. Es sind Verwandte vom Pfifferling. Was die Form durchaus hergibt.

Alle heute geernteten gemischten Pilze wurden zunächst in kochendem Wasser blanchiert. Zwei Teile wurden für je ein Pilzgericht zu einem späteren Zeitpunkt eingefroren. Der dritte Teil kam heute in Blechgemüse zusammen mit Kartoffel- und Zwiebel- sowie Spitzpaprika-Schnitzen und Fleisch-Stückchen, gewürzt u.a. mit Rosmarin-Nadeln, alles in Öl geschwenkt und dann auf dem Blech gebacken. Es war sehr sehr lecker!

Wir wurden – obwohl die Sonne sich heute nicht blicken ließ – im Wald gründlich mit frischer Energie aufgetankt und mit einem sehr schmackhaften Essen belohnt. So gehen wir gestärkt in eine neue Arbeitswoche. Ich hoffe, ihr auch.