In der momentan globalen Ausnahmesituation scheint mir persönlich grad die größte Herausforderung, zentriert zu bleiben.

Es gibt Menschen mit großem Herzen und einer inneren Stärke und Zentriertheit, wie sie uns allen jetzt gut tun. Auf eure Weise vermögt ihr eure Stärke zu den anderen hinaus zu tragen. Dafür bin ich euch sehr dankbar!

Da ist „Sultanine“ mit Da wo Schmerz ist…

Wenn man die diversen Äußerungen im Netz liest, abgesehen von dem was ich während dieser Woche von meinen nächsten Arbeitskollegen und sonst rundherum zum Thema gehört und gespürt habe…
Da tut mir Sultanines Satz besonders gut:
Lasst uns nach innen fallen und Absehen von Besserwisserei und Arroganz.

Dann ist da Tete mit Zeit des Erwachens.
Es hat mich erfrischt, wie kraftvoll und positiv sie schreibt, wie sie mit der Situation umgeht!

Ja und dann ist da noch Helmut mit Krise, der normalerweise mit seinen künstlerisch hochwertigen Fotos von einer außergewöhnlich schönen Landschaft am Meer von sich hören lässt, diesmal aber eine Ausnahme wegen der besonderen Umstände machte. Und die ist sehr gelungen! Ich empfinde sie als kraftspendend, weil zuversichtlich und stark mit klaren positiven Worten.

Gerade heute hat mich das Lesen eurer Beiträge gestärkt, weil ich mich während der ganzen Woche heute erstmals etwas wacklig fühlte. Es gelingt eben nicht immer inmitten eines gefühlt tosenden Meeres um einen herum innerlich ruhig und in der eigenen Mitte zu bleiben. Aber da fühle ich mich jetzt wieder.

Als ich gestern einen alten Freund, den ich seit langem nicht gesehen habe, anschrieb mit der Frage, wie sein Alltag im Moment aussieht und wie er sich fühlt, antwortete er mit einem Sofortanruf.

Nach ca. 35 Min. war ich während vieler Worte über äußere Fakten gut damit beschäftigt bei mir zu bleiben und gleichzeitig aufzunehmen, was mir da entgegen schlug. Angst und Aufgewühltsein. Ziemlich zum Schluss fragte ich noch einmal nach bruchstückhaften Aussagen des Anfangs, was genau gemeint war. Das war wohl der heikelste emotionale Punkt, der gleich zu Anfang raus geplatzt, aber im Telegram-Stil drüber hinweg galoppiert worden war. Nun war auch das angesprochen. Die noch junge Fernbeziehung, die jetzt aufgrund der besonderen Umstände bereits eine 8wöchige Trennung erzwang, obwohl sie zuletzt überein gekommen waren: Nie mehr 6 Wochen am Stück getrennt.

Gestern kam ein Zettel in den Briefkasten von einer örtlichen Gruppe, die im Namen des Gemeinderats momentan Hilfsangebote für Bedürftige im Dorf koordiniert. Ich meldete mich für evtl. Einkaufshilfe und wurde sehr rasch zur WhatsApp-Gruppe hinzugefügt.

Mein Mann hatte diese Woche Urlaub und wurde wider Erwarten nicht notfallmäßig in die Arbeit gerufen. So konnten wir oft im Wald sein und die aktuelle Situation mit überwiegend geschlossenen Läden ermöglichte ihm ein besseres zur Ruhe kommen als es sonst der Fall gewesen wäre, weil er verschiedene Dinge in der Wohnung erledigt hätte.

Bei mir in der Arbeit wurde ab vergangenen Montag halbherzig die Ladentüre geschlossen gehalten; wir haben drinnen normal produziert, das geht nicht ins HomeOffice zu verlegen. Es ist in unserer Werkstatt so eng, dass wir ständig aneinander vorbei und umeinander herum müssen, Sicherheitsabstand ist da nicht. Meine Kollegin mit 61, die gesundheitlich Risikoperson ist, hat sich selbst nicht durch Daheimbleiben geschützt noch wurde sie von der geschäftsführenden Familie schützenderweise daheim gelassen. Sie kam mit dem ÖV zur Arbeit und war der Meinung, wenn sie auf Abstand achte und im Bus nichts berühre, reiche das. Nun, sie geht morgen auf einen 6wöchigen stationären Reha-Aufenthalt und hat bis zum Schluss gearbeitet. Ich hoffe sehr, dass sie in diesen 6 Wochen geschützt und wohlumsorgt verschont vom Virus bleibt und gestärkt und erholt zurück kehren kann.

Da ich am Donnerstag Morgen die eindringlichen Beiträge im Netz las, dass viele unbemerkt Überträger des Virus sind und dass es gerade auch deswegen jetzt so wichtig ist den Mindestabstand überall einzuhalten, kam ich mit brodelnder Stimmung in die Arbeit. Da wir auch beim Znüni auf engem Raum dicht beieinander sitzen, machte ich zwar – wie üblich – auch diesmal mit frisch gewaschenen Händen alles parat und füllte die Tassen mit Tee und Kaffee, sagte dann aber, ich würde meinen Tee diesmal hinten an meinem Arbeitsplatz nehmen, was gegen niemand gerichtet sondern den momentanen Umständen geschuldet sei.

Das ergab eine ziemlich aufgewühlte schwierige Stimmung. Frau Chefin sprach mich an, es scheine, dass ich mich nicht wohl fühle mit der jetzigen Arbeitssituation. Ich müsse es halt sagen, man könne schon versetztes Arbeiten organisieren. Nicht dass es später heiße „Man hätte können…“. Ich sagte womit ich nicht einverstanden bin (das Arbeiten der angeschlagenen Kollegin und die nicht konsequent geschlossene Ladentüre), was mich aber nichts angeht. Und dass ich für mich persönlich schon schauen würde, dass es für mich stimmt oder dann eben etwas sagen würde.

Als ich an meinem freien Freitag die neuen verschärften Regeln des Bundesrates gehört bzw. gelesen hatte, schickte ich meinem Chef Auszüge vom Wortlaut und schlug vor, kommende Woche tatsächlich versetzt zu arbeiten. Er meinte, er würde sich das noch überlegen und melde sich. Heute dann seine Zustimmung, dass wir es ab morgen so wie von mir angeboten machen können. Er sei dabei Kurzarbeit zu beantragen.

Da ich einen Großauftrag zum Gravieren da liegen habe, für den das weitere benötigte Material in den nächsten Tagen geliefert werden sollte, werde ich voraussichtlich gut beschäftigt sein und wenn ich die ganze Woche jeden Nachmittag für je 5 Std. arbeite, bin ich auch bei meinem üblichen Pensum. Soweit sollte das gut funktionieren. Danach weiter sehen…

Was mich heute wohl etwas mit aus der Fassung gebracht hat war die Aussage meiner Energiebehandlungs-Supervisorin von gestern, dass momentan die Bäume im Wald nicht wie üblich miteinander kommunizieren, sondern nur ganz wenig (sie wohnt am Waldrand und kann die Energien sehen und daran auch erkennen, wie vital ein Baum ist) und sie von einer Kollegin gehört hat, das Gras schwinge momentan anders. Das ist eigentlich das Gegenteil von dem was man sonst hörte, nämlich dass die Natur von den veränderten Zuständen profitiere und sich erhole. Sollte tatsächlich das energetische Gleichgewicht draußen in der Natur verändert sein…, das machte mir wirklich Angst.

Davon abgesehen hatte ich diese Woche manchmal so ein Gefühl, wie wenn wir aus der Zeit fallen würden. Es fühlt sich alles etwas anders an als sonst. Und ja, auch etwas surreal teils.

Nichts desto trotz ist die Schönheit der Natur ungebrochen und ich möchte die in der letzten Zeit gesammelten Eindrücke davon gerne mit euch teilen.

Gestern im Wald:

In diesem Sinne wünsche ich uns gesund zu bleiben und in Gelassenheit sowie innerer Ruhe die Welle vorbeigehen lassen zu können, bevor wir dahinter neues Licht sehen mit möglicherweise positiv veränderten Umständen, wenn wir die Chance dieser Krise nutzen können und Notwendiges umzuwandeln vermögen.