In der Woche vor Ostern erledigte ich einen letzten Einkauf für die gleiche Familie. Ich hab sie sehr anspruchsvoll und fordernd wahrgenommen, mich aber zunächst damit arrangiert gehabt und mir jeweils die Zeit genommen, möglichst alles genau so zu besorgen, wie gewünscht.

Ich hatte Rücken, aber nicht so schlimm, dass ich das nicht geschafft hätte. Ich wurde an drei verschiedene Orte geschickt, was grundsätzlich in Ordnung gewesen wäre. An zwei Orten – Gärtnerei und Metzger – war etwas vorbestellt worden, das ich lediglich abholen sollte. Das klappte nicht – aus welchen Gründen auch immer. Aber ich und die entsprechenden Mitarbeiter gaben alles, damit ich letztlich mit der gewünschten Ware zurückkehren konnte, soweit vorrätig (bestimmte Würste waren nicht da, sie wurden durch andere ersetzt); es dauerte einfach etwas länger, bis alles beieinander war. Und während beim Metzger die Großbestellung bereit gemacht wurde, lag der hochwertige frische Fisch aus dem Eis der Frischetheke, eine Packung anderer gefrorener Fisch sowie frische Milch im warmen Auto, das war nun einmal so.

Die Reaktion der älteren Dame bei meiner Rückkehr nach 2 1/2 Std. waren nur aufgebrachte Worte. Unglaublich, dass das Fläschchen Kakteen-Dünger nicht parat war, sie habe doch extra telefoniert, sie glaube das ja nicht! Und: Das sei eine Frechheit von der Metzgerei, die Sachen nicht vorbereitet zu haben, sie werde dort anrufen!

Nun war mir durchaus bewusst, dass sie langsam anfing am Rad zu drehen. Das hatte sie mir auch gesagt, als ich anfangs den Einkaufszettel geholt hatte. Es reiche ihr langsam, die ganze Zeit in der Wohnung! Was ja sehr menschlich und nachvollziehbar ist. Dennoch… Ich versuchte sie zu beruhigen, alle gäben ihr Bestes. Das Minimum, was ich mir von ihr gewünscht hätte, wäre gewesen, dennoch zu sehen, dass Menschen für sie herum gelaufen sind, gewartet haben, Geduld und Bereitschaft investiert hatten. Für eine alte Flasche Rotwein, die sowieso weg musste (falsch und überlagert) und tatsächlich entsorgt werden musste. Der taugte auch nicht mehr zum Kochen.

Ich brauchte nicht unbedingt ein ausgesprochenes Danke und auch nicht unbedingt ein Trinkgeld. Aber die Wahrnehmung dafür, was eingesetzt wurde, damit sie wieder für eine Woche den Kühlschrank mit besten Zutaten gefüllt hat.

Ich wurde mit der Bitte verabschiedet, am Dienstag nach Ostern wieder zu kommen. An dem Tag gäbe es bei der Migros für Rentner 10% auf alles. Ich könne das doch mit einem eigenen Einkauf koppeln und erst das eine besorgen, ins Auto bringen und danach das andere. Und auf alles 10% bekommen. Das sollte dann mein Trinkgeld sein. Nun, ich behielt für mich, dass mir das viel zu viele Umstände sind und ich meinen privaten Einkauf lieber in aller Ruhe separat erledige, wobei das meiste davon sowieso mein Mann auf dem Heimweg von der Arbeit mitnimmt.

Die Art der Reaktion der Dame ärgerte mich, aber ich redete mir zunächst selbst gut zu, ich solle einfach darüber hinwegsehen. Als mich jemand fragte, ob ich das in Ordnung fände so, musste ich eingestehen: Nein, das finde ich nicht in Ordnung so. Daher wandte ich mich an die Organisatorin der Nachbarschaftshilfe und sagte ihr, ich möchte für diese Familie nicht mehr einkaufen. Sie könne sagen, ich hätte Rücken oder was immer sie möchte. Ich erklärte ihr kurz meinen tatsächlichen Grund. Sie fand es schade, dass so gar keine Dankbarkeit gegeben sei, schließlich würden wir Freiwilligen uns auch der Gefahr aussetzen krank zu werden. Aber ich sagte, darum geht es mir gar nicht, davor hätte ich auch keine Angst.

Nun, für mich war es wichtig, das ich innerhalb eines Freiwilligen-Einsatzes Nein sagen darf, wenn es Formen annimmt, die an Ausnutzen herankommen. Ich bin grundsätzlich bereit, aber es gibt Sachen, die muss ich nicht mit mir machen lassen.

Übrigens erzählte mir die in Reha befindliche Kollegin, dass ihr Sohn sich aufgrund HomeOffice seit Wochen nun auch mit Einkäufen für andere engagiert, um zwischendurch raus zu kommen und in einem Fall richtig zusammen geputzt wurde. Schade!

In jener Woche meldete sich dann noch meine Energiearbeits-Freundin, ob wir uns nicht Donnerstag vor Ostern treffen wollen. Ja, das wollte ich. Wir taten einander gut. Sie behandelte meinen Rücken, dem es zwar schon besser ging, aber noch nicht ganz in Ordnung war. Und ich behandelte sie u.a. wegen ihres Diabetes.

Ich erfuhr von ihr auch, woher sie ihre Aura-Techniken gelernt hat. Aus einem Handbuch aus Deutschland, das begleitend zu einer Ausbildung erstellt wurde, das man aber  einfach so kaufen kann. Das habe ich nun da und bin am Lesen.

Nun, der Wald hat sich am Ostersonntag, 12. April, dann wieder von anderer Seite gezeigt als beim letzten Mal, aber nicht minder reizvoll.

Am Ostermontag fand ich eine WhatsApp-Nachricht im Chat der Nachbarschaftshilfe, wer am nächsten Tag für Familie … den Großeinkauf erledigen könne. Es fand sich jemand und ich bin sehr zufrieden damit, wie es lief.

An jenem Dienstag dann stand ich entspannt auf, freute mich über die Abwesenheit von Rückenschmerzen und den freien Tag – ich brauchte nicht Einkaufen fahren und sollte nur Mittwoch und Donnerstag Nachmittag arbeiten.

Spontan kam ein innerer Impuls: Jetzt ran an die Website und fertig machen… Tatsächlich saß ich – begleitet von Musik – den ganzen Tag dran, aber es flutschte. Die Texte kamen jetzt stimmig daher und es wurde soweit fertig, dass ich freischalten konnte.

Das fühlte sich großartig, richtig und geführt an.